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Dokumentation

 

Wie wir alle wissen gibt es nicht nur Neu-Heiden, sondern auch Neu-Hexenjäger
 

Dieser Leserbrief wurde in voller Länge und mit Nennung von Namen und Adressen in der BUTZBACHER ZEITUNG am 29. September 2004,  veröffentlicht. Die Zeitungsmacher selbst haben in auf der Titelseite sogar zur Schlagzeile gemacht:

MAIBACHER BÜRGER GRÜNDEN BÜRGERINITIATIVE GEGEN SEKTEN

Die Besitzer der Maibacher Schweiz haben bereits eine telefonische Branddrohung erhalten.
Wir haben den Namen des Leserbrief-Schreibers hier heraus genommen, da wir nicht möchten dass er wiederum belästigt wird.
"Auge um Auge, Zahn um Zahn" entspricht der christlichen Mentalität. Wir dahingegen planen eine Veranstaltung die der Begegnung mit den Maibächern und anderen Butzbachern dient.

Der Segen der Götter ist mit uns
SARRAOUNIA, Pressesprecherin


Butzbacher Zeitung - vom 29.9.04
Stadt und Land

Für die unter dieser Rubrik veröffentlichten Einsendungen übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung. Die Redaktion behält sich die Kürzungen von Beiträgen vor

Maibacher Bürger gründen eine Bürgerinitiative gegen Sekten

Betr.: „Heidentag" mit Hexen und Druiden. Unter der unverdächtigen Bezeichnung „Heidentag" fand am vergangenen Wochenende von Freitag, 24.9., bis Sonntagmittag im Butzbacher Stadtteil Maibach ein Treffen von Hexen, Heiden und Druiden statt. Aus Hannover, Kassel, Nürnberg, also dem ganzen Bundesgebiet waren etwa 100 Personen angereist zum „Heidentag" in der Maibacher Schweiz. Organisator dieses heidnischen Treffens war der Verein „KultURGeister" - Dachverband für traditionelle Naturreligion e.V.i.G. Im Vorstand und aktivster Führer dieses obskuren Vereins ist der Heilpraktiker Volkert Volkmann aus Bodenrod, der im „Magischen Kreis" den Namen Fearrac Dearraich annimmt und als höchster Druide, der den Bluteid abgelegt hat, fungiert. Volkmann lief in Maibach als „Oberdruide" in weiß-rotem bodenlangem Gewand herum. Seine Bodenröder Adresse, (hier steht Straße + Nummer), wird auch als Sitz des neu gegründeten Dachverbands „Kulturgeister" angegeben, der die bundesweiten und internationalen Verbindungen zusammenführen soll.
Unter dem Deckmantel keltischen Brauchtums werden in diesem Verein heidnische Götter angebetet, heidnische Bräuche praktiziert und treten sogenannte Hexen auf. Was das in der Praxis bedeutet, konnten die Maibacher Bürger und Bürgerinnen erleben, als hinter der „Maibacher Schweiz" auf einem privaten Wiesengrundstück die Götter angerufen wurden. 20 Erwachsene hatten sich im Kreis um ein Feuer aufgestellt. Höhepunkt des Treffens war am Samstagabend gegen 22 Uhr das Ritual zur Herbst-Tag- und Nachtgleiche mit dem Mysterienspiel „Spirale der Verwandlung". Danach laut Programm: Erden oder Abfliegen mit den Trommelgeistern am Feuer. Etwa 80 Teilnehmer des Heiden-Treffens zogen zu diesem Zweck in das Tal Richtung Michelbach. Eine erschreckende Prozession durch das ansonsten friedliche Taunusdorf, denn viele der „Neuheiden" liefen in langen schwarzen Gewändern herum, der Führer zusätzlich mit einem großen, spitzen Zaubererhut ä la Merlin. Oder wie ein Maibacher Kind anmerkte: Die sehen aus wie bei Harry Potter.
Man könnte diesen Auftritt als das Treffen einiger Spinner abtun, steckte nicht mehr dahinter. Dieser Verein ist von seinen Zielen her nicht vergleichbar mit den Personen, die ihre Freizeit als mittelalterliche Ritter oder als Wild-West-Cowboys verbringen. Hier handelt es sich um eine sektenähnliche Organisation, worauf schon die Bezeichnung Naturreligion weist. Aus den zahlreichen Internetseiten, die jeder nachlesen kann, wenn er nur das Stichwort Heidentag eingibt, gehen die Ziele der Organisation hervor. Etliche Links führen zu Untergruppen, die mit dem Verband „KultURgeister" zusammenarbeiten. Offen wird zum Beispiel für jungen Hexen-Nachwuchs geworben. Ersichtlich ist ebenfalls aus den Internet-Seiten, dass man glaubt, mit Maibach ein Dorf gefunden zu haben, in dem man ungestört agieren kann, nachdem man in Frankfurt im Jahr 2000 nicht geduldet wurde.
Mit den neuen Besitzern der „Maibacher Schweiz", das diese gerne als „Kulturzentrum" bezeichnen, entwickelt sich das ehemalige Hotel immer mehr zum Sekten-Zentrum. Ein als Wochenend-Jugendcamp angemeldetes Zeltlager am Sportplatz entpuppte sich als ähnliches Treffen wie das jetzige und dauerte 1O Tage, bis es aufgelöst werden musste - Nächtelang klagen monotone Trommeln bis ins Dorf, tanzten die Teilnehmer Hand in Hand ums Feuer. Aus dem Ausland reisen „erleuchtete" Personen an, um ihre spirituellen Erfahrungen zu verbreiten. Hierbei handelt es sich u.a. um die Schwedin Anette Carlström und einen Heilpraktiker namens Prem, der vom Bodensee stammt und jetzt in Südindien lebt. Beide sind führende Mitglieder der Sekte Living In Joy, die weltweit operiert. Prem hält bis Ende des Jahres regelmäßig in Maibach Erleuchtungsseminare ab. Auf der Intemetseite der Sekte sind Anette Carlström und Prem zu sehen, wie sie im Januar 2004 in der Maibacher Schweiz u.a. ihren „Satsang" abhalten: vor einem aufgebauten Schrein, mit Rollstuhlfahrerin „tanzend". Das „Projekt-Zentrum Maibacher Schweiz" wird auf den Sekten-Seiten ausdrücklich als eines der fünf Veranstaltungsorte in Deutschland aufgeführt. Das beweist, dass es sich nicht um zeitlich begrenzte Aktionen handelt, sondern Maibach als neues Zentrum der Living In Joy-Sekte aufgebaut wurde. Dass hinter diesen Aktivitäten auch geschäftliche Interessen stehen, steht außer Frage. Parallelen zur Bagwhan-Bewegung oder zu den Scientologen sind gegeben.
Diese immer häufiger werdenden magischen, spirituellen Treffen, und die damit verbundenen Belästigungen wollen Maibacher Bürger und Bürgerinnen nicht mehr hinnehmen. Wer dem Zug der Vermummten am Samstagabend unwissend begegnet wäre, hätte einen Herzschlag bekommen können. Während des Zeltlagers am Sportplatz wurde das aufgestellte Dixi-Klo kaum benutzt, man erledigte seine „Geschäfte" lieber am Waldrand. Maibach sei auch kein Ort für Hexen und Druiden oder Sekten, meinen viele und gründen jetzt eine Bürgerinitiative für ein sektenfreies Maibach. Früher hätte man solche Gestalten wie Hexen und Magier mit der Mistgabel aus dem Dorf getrieben, sagt manch einer bereits. *
Die Bürgerinitiative will dem Ordnungsamt die Frage stellen, ob der Heidentag angemeldet wurde, schließlich hatte er keinen privaten Charakter mehr. Eine Genehmigungspflicht liegt wohl vor. Außerdem stellt sich die Frage, ob die „Maibacher Schweiz" gegen Entgelt -wie aus dem Internet zu entnehmen ist - von den Eigentümern vermietet werden darf. Liegt hier ein entsprechendes Nutzungsrecht vor? Ebenso sollte geprüft werden, ob eine Gewerbeanmeldung für die zahlreichen praktizierten sogenannten Heilanwendungen durch Handauflegen usw. notwendig ist. Als nächsten Punkt führen Bürger an, ob dieser spirituelle Rahmen der richtige Ort ist, Jugendliche mit Integrationsproblemen aufzunehmen. Hier ist das Jugendamt gefordert, das für diese Unterbringung zahlt. Letztlich wird das Thema sektenfreies Maibach auch zum Thema für die Verantwortlichen der Stadt Butzbach, denn es dürfte nicht in ihrem Interesse liegen, dass ein Butzbacher Stadtteil mit Sekten in Verbindung gebracht wird.

 
Leserbrief von Volkert Volkmann an die Butzbacher Zeitung
vom 30.09.04


Volkert Volkmann
1.Vorsitzender KultURgeister Dachverband für traditionelle Naturreligion e.V.
 

BUTZBACHER ZEITUNG
Rubrik Leserbriefe

Betr.: Aufruf zur Hexenjagd – Antwort auf den Leserbrief von xxx vom 29.9.04 unter dem Titel: Maibacher Bürger gründen eine Bürgerinitiative gegen Sekten

Am Wochenende 24.-26.9. veranstaltete KultURgeister e.V. – Dachverband für Traditionelle Naturreligion, deren 1. Vorsitzender ich bin, den 4.HEIDENTAG im achten Jahr. Wir feierten an diesem Wochenende die Herbst-Tag-und-Nachtgleiche, in der christlichen Religion als Michaeli bekannt. Das Freitagabend-Programm bot vier HarfenspielerInnen und Vorträge aus der Dichtkunst. Weiterhin wurde eine Ausstellung für Kunst und Kunsthandwerk geboten. Am Samstag hielten u.a. ein Buchautor und Journalist aus Österreich Lesungen und es wurde in einem offenem Forum über die verschiedenen Traditionen der europäischen Naturreligion referiert und diskutiert. Zur rituellen Feier zogen alle Besucher des HEIDENTAGes am Samstagabend in ein Tal, schweigend. Ein Kind sagte: „die sehen ja aus wie bei Harry Potter“? Schön, das freut mich. Das Kind hatte also keine Angst. Sie, xxx. zitieren das Kind und sagen im gleichen Atemzug man hätte einen Herzschlag kriegen können? Im übrigen trug ich zu keinem Zeitpunkt einen spitzen Hut, aber es gab vielfältige Gewänder zu sehen, blaue, grüne, rote, schwarze, weiße etc. Es war auch niemand „vermummt“.
Naturreligiöse Menschen beten zu ihren Göttern, ja so ist das. In unserem Land gibt es eine gesetzlich garantierte Religionsfreiheit. Weder der Dachverband noch seine einzelnen Mitgliedsgemeinschaften sind Sekten. Ebenfalls nicht richtig ist Ihre Behauptung, in Frankfurt hätte man uns im Jahre 2000 nicht geduldet. Vielmehr haben wir Frankfurt verlassen, weil wir dort in den Jahren zuvor einen ganzen Tag lang den zugemüllten Park säubern mußten, bevor man dort eine Veranstaltung abhalten konnte.
xxx, Sie machen sich des Rufmordes und vielleicht noch schlimmerens schuldig. Sie haben meine Privatadresse veröffentlicht und die Redaktion dieser Zeitung hat mitge¬macht. Warum? Hier lebt auch meine Familie. Eine Branddrohung hat es bereits gegeben. Sie selbst machen praktische Vorschläge als Zitat verpackt: „Früher hätte man solche Gestalten wie Hexen und Magier mit der Mistgabel aus dem Dorf getrieben, sagt manch einer bereits“. Das ist finsterstes Mittelalter.

xxx war BILD-Reporter, das merkt man: Man nehme drei Halbwahrheiten, mische sie gut mit zwei Unwahrheiten und fertig ist ein Horrorszenario, welches sich sogar für die Titelseite eignet. Ich bezweifle allerdings, dass sich die Maibächer vor ihren Karren spannen lassen.

Volkert Volkmann
1.Vorsitzender KultURgeister Dachverband für traditionelle Naturreligion e.V.
 

Weitere Leserbriefe finden Sie auf der Homepage der KultURgeister.

 

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